Gabo Bay 11/05 - 18/05/2009

Mama Mia war das ein Erlebnis! Eine Woche auf einem Fisherboot zu Arbeiten und fast bis nach Indonesien (was ja von Darwin aus um die Ecke liegt) zu schiffern.
Den Job hatte ich eigentlich ganz spontan bekommen.
Eine Woche zuvor war ich mit Janina am Hafen gewesen und habe Zettel aufgehaengt, mit dem Hinweis,dass wir nach einem Job auf einem Boot suchen.
Den Tag darauf bekamen wir auch schon gleich einen Anruf von einem Fischermann namens Andrew. Er meinte nur, dass er in einer Woche auf See faehrt und eventuell noch einen Replaceman braucht, da jemand anderes verhindert ist. Er wuerde sich noch mal am Ende der Woche melden... .
Freitagabend rief er dann tatsaechlich wieder an. Janina und ich hatten mit seinem Anruf gar nicht mehr gerechnet.
Allerdings brauchte er nur eine Person, da ich aber meinte, wir wuerden nur zu Zweit kommen, sagte er, dass es kein Problem sei, wir muessten uns dann praktisch nur das Gehalt teilen. Egal, unser Deal war halt zusammen so ein Abenteuer zu bestehen.
Da Janina allerdings den Tag darauf eine anderes Jobangebot bekommen hatte, stand ich alleine da. Aus diesem Grund machte Janina ihrer franzoesischen Mitbewohnerin das Angebot, mit mir auf das Schiff, anstelle von ihr, zu gehen. Die Franzoesin war damit sofort einverstanden.
Also statteten wir am naechsten Tag Andrew einen Besuch ab, um uns das Boot vorab mal anzuschauen. Machte alles einen sehr sympathischen Eindruck. Also war der Trip gebongt.
Mitten in der Nacht erhielt ich allerdings einen Anruf von der Franzoesin, dass ihre Eltern ihr verboten haetten, mit auf das Boot zu gehen, da es viel zu gefaehrlich sei.
Ich war davon natuerlich alles andere als begeistert, vor allem, da sie mich gegen 02.00 nachts erst anrief und es nur noch wenige Stunden bis zum Morgen waren.
Am Morgen dachte ich nur "scheiss drauf", die Franzosen koennen eh nicht arbeiten, die sind alle viel zu faul und da ich schon immer einmal auf so einen Boot arbeiten wollte und mein Freund auch meinte, dass das schon gut gehen wird, entschied ich mich dann, dass Ding alleine durchzuziehen.

urspr. Name des Boots ist "Gabo Bay" aber Andrew taufte es um auf "Hunypot"

Die Jungs machten ein BBQ am ersten Abend, da allerdings bereits schon nach 2Minuten die Flamme aus war, musste dann in der Bratpfanne weitergekocht werden :-D

Am naechsten Morgen hiess es also "auf aufs Boot".
Zu der Crew gehoerten Andrew (Skipper), Daniel (Deckhand) und Saine (Deckhand). Die Jungs waren beide Australier aus Perth, die in der Saison oefters mal hoch nach Darwin kommen, um auf einem Boot zu Arbeiten. Beide total nett und super hilfsbereit. Integrierten mich sofort.
Zuerst dachte ich auch, dass es total verrueckt ist, mit drei bekloppten Australiern (Australier sind zu 99% bekloppt, da sie alle Saufen und Gras rauchen - die sind einfach CRAZY) auf einen einwoechigen Fischingtrip zu gehen...aber nun waren wir auch schon mitten auf dem Meer, nur von Wasser umgeben und somit gab es kein zurueck mehr.:-)

Daniel und Saine am "Metzgertisch"

Die erste Nacht war die Hoelle. Wir hatten einen riesen Sturm und ich dache mehrmals, dass das Boot untergehen wuerde. Vor allem jedes Mal, als eine riesen Welle durch das Fenster an meinem Bett schwappte. Das Bett stand total unter Wasser. Da gab es nur ein (!!) Fenster im gesamten unteren Teil des Bootes und natuerlich musste das wieder an meinem Bett sein. Wo auch sonst...?! :-D HAHA
Da mir nach 2Std Schlaf und zu viel Geschaukel kotzuebel war, ging ich nach oben, aufs Deck.
Von dem Zeitpunkt an, an dem ich mich oben hingesetzt hatte, habe ich nicht mehr aufhoeren koennen zu Kotzen...und das Ganze ging ueber 2 ganze Tage!! Es war der Wahnsinn. Die ganze Magensaeure und Galle ist mir hochgekommen. Unglaublich.
Ich konnte nicht einmal ein Glas Wasser trinken, da es direkt wieder hochkam.
Zum Glueck haben sich die Jungs ganz lieb um mich gekuemmert und immer nach mir geschaut und mich auch immer gefragt, ob ich nicht lieber Lieben bleiben moechte... .
Am dritten Tag war alles wie weggeblasen, ich konnte den Trip endlich geniessen und die Arbeit macht mir auch richtig Spass.

VB und Haigebiss - Das einzig wahre australische Beer



Die Spule, auf der das Netz ist

Schwerter von Schwertfischen

Me und ein kleiner putziger Hai 

Diese Flosse gehoerte zu einem kleinen (!!) Hammerhai

Saine mit Flosse (ich nannte ihn immer den "Italian butcher", da er wie ein kleiner Italiener aussah, wenn er seine Sonnenbrille trug und immer den Metzger gespielt hat)

Zum groessten Teilwurde Nachts gearbeitet.
Meistens kommt das Netz am Abend ins Meer, dann wird ca 3 Std gewartet bis man es wieder reinholt und es dauert ca 2-3Std, bis alle Haie aus dem Netz befreit sind. Diesen Ablauf macht man meistens 3mal pro Nacht.
Wir haben auch mehrere "Dayshots" gewagt, aber meiner Meinung nach waren diese nur Zeitverschwendung, da am Tag so gut wie nichts anbeisst und es nur 20Minuten dauert, bis das Netz (1km lang) wieder eingeholt ist.


Meine Gummistiefel - Porno(!!), oder?

*Haien dieser groesse entnimmt man nur die Flossen, da das Fleisch nicht zu gebrauchen ist.
*Haifleisch findet man eigentlich in jedem Fischburger ( das sogenannte "FlakesFleisch") und da es fuer den Menschen nicht besonders gesund ist, sollte man Haifleisch nur einmal pro Monat zu sich nehmen.
*Der "kleine" dicke Hai im Vordergrund ist ein Bullshark - mit der gefaehrlichste der Welt

Dieses Bild erinnert mich immer an das "Whaling" in Japan...


Mund eines Hammerheads (Hammerhai)

Babyhaie, die noch am Leben waren, als wir sie aus dem Netz geholt haben, wurden getaged (habe eine Nummer in die Flosse bekommen), wurden vermessen, das Geschlecht bestimmt...und ab ging es wieder ins Meer :-)

*Baby Hammerhead - mein lieblings Hai, da diese, selbst wenn sie noch am Leben sind, wenn man sie in der Hand haelt, nichts machen...ausser vielleicht etwas zappeln, da sie nichts sehen koennen, da ihre Augen an den Seiten des Hammers plaziert sind. Generell sind Haie auch nicht darauf aus, Menschen anzugreifen.
*Hammerheads sind ganz easy aus dem Netz heraus zu bekommen, da man bei ihnen (so brutal es sich auch leider anhoert) einfach den Hammer abknickt, praktisch bricht und somit einfacher aus dem Netz ziehen kann.


Ein Fisch...hmmmm... keine Ahnung welcher das war....auf jeden Fall hat er lecker geschmeckt :-D

Der frischgefangene Fisch wurde auch gleich von Saine filletiert


Mein Traum wurde wahr--> Einen echten Delfin in Wild zu sehen.
Dieser freundliche Kerl flitzte fuer ein paar Minuten neben dem Boot her.
Da ich so begeistert war, habe ich es leider nicht geschafft, mehr als ein Foto zu machen. :-D ^^

Zusammenfassen bin ich richtig stolz auf mich, dass ich diesen Trip mit gemacht habe. Ich war das erste Maedchen und auch der allererste Backpacker auf diesem Boot. Die Jungs nannten mich immer nur "Crazy German" haha. Die werden mich wohl nie vergessen.;-)
Wenn ich nicht so eine nette Crew gehabt haette, waere der Trip mit Sicherheit nicht so schoen gewesen. Da hatte ich echt Glueck.
War auch alles total relaxed und locker. Die Jungs waren eigentlich jeden Abend am Trinken und Rauchen, so dass die Stimmung immer ganz oben war :-D HAHA ... und Andrew hat uns jeden Abend bekocht. Das Essen war erste Sahne!
Mit Abstand der Crazieste Job, den ich in 2 Jahren Australien gemacht habe.
xxx