Australien
Fangen wir mal ganz von vorne an: Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt? Das war so: Nachdem ich mich bei AIFS fuer das Programm "Work&Travel Australia" angemeldet hatte, bekam ich die Zugangsdaten fuer eine spezielle Community, zu der nur AIFS-Teilnehmer Zugang haben. Dort konnte ich die Daten meiner "Mitreiser" einsehen. Ich habe sofort eine Rundmail gestart. Nadine war eine Person von fuenf (insgesamt waren wir 28!), die mir sofort antwortete. Wir schrieben mehrmals taeglich und tauschten uns ueber alles moegliche aus. Nadine beruhigte mich, indem sie meinte: "Du wirst mich am Flughafen nicht mit einem Rucksack stehen sehen! - Niemals! Ich nehme auf jeden Fall einen Trolley." So war ich beruhigt, dass ich , wenn es in der "Wueste" Hart auf Hart kommen wird, nicht der einzige Idiot sein werde, der seinen Trolley irgendwie versucht zu tragen und vor sich herflucht, dass ein Rucksack doch viiiiel praktischer gewesen waere. ...
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Der Hinflug mit Qantas war sehr angenehm - vor allem die Auswahl des TV-Programms war gigantisch. Es umfasste praktisch alles: von den neusten Kinofilmen bis hin zu Klassikern, Computerspielen, Nachrichten und Musik aller Art. Das Essen war auch sehr gut. Was mich nur ein bisschen genervt hat war, dass die jenigen, die vegetarisches Essen bestellt hatten (so wie ich), ihr Essen immer 30 Minuten vor den "Fleischessern" bekamen. So musste man praktisch immer alleine essen und sich gegenseitig beim Essen zu sehen... .
Vegetarisches Abendessen
In Singapur hatten wir einen Aufenthalt von ca. 1 1/2 Stunden. Der Flughafen hatte einen angelegten Kaktusgarten, in dem man es auf Grund der subtropischen Lufttemperatur kaum ausgehalten hat. Die Aussentemperatur reichte locker an die 35Grad. - aetzend. Um so mehr freute ich mich auf den Weiterflug Richtung Sydney. Es kam einem komisch vor, 24 Stunden in einem Flugzeug zu sitzen und durch verschiedene Zeitzonen zu fliegen. Ausserdem waren die Fenster den halben Flug ueber verdunkelt, da wir alle nach deutscher Zeit versuchten zu schlafen und es draussen bereits Tag war. So schliefen wir im verdunkelten Flugzeug, waehrend wir ueber Asien, wo es bereits hell war, flogen. Mitten in der Nacht wachte ich auf und war total baff, als ich sah, dass das Flugpersonal stuendlich durch die Gaenge lief und die Passagiere mit Sandwiches, Bananen und heissen Handtuechern versorgte. - Toller Service!
"Wo sind wir? - We're nearly there!"
Am Flughafen in Frankfurt/Main und im Flugzeug haben Nadine und ich keine Notiz voneinander vernommen. Erst in unserem ersten gemeinsamen Hostel (Wake-Up!), welches von AIFS schon gebucht war, bemerkte ich, dass mir diese Person, mit der ich mir ein Stockbett teilte, doch irgendwie etwas vertraut vorkam und fragte: "Bist du Nadine?" Dieser Satz schreibt an dieser Stelle Geschichte, da mit ihm eine Freundschaft auf Lebenszeit geboren wurde.
Fruehstueck im Wake-Up!
Von dem Tag an sonderten wir uns eigentlich immer mehr von den anderen 26 Leuten ab und machten unser eigenes Ding. ("Ich dachte, dass bei den 28 Leute,n die mitfliegen werden, mindestens 5 Leute dabei sind, die symphatisch sind...!" - Nix da.)
Nachdem wir zwei Naechte in Sydney-City verbracht hatten, quatierten wir uns am Bondi Beach im "Noah's" ein. Dies war mit Abstand das beschissenste und dreckigste Hostel, I have ever seen. Nach den zwei Naechten, verbrachten wir 4 weitere im YHA, das direkt um die Ecke lag und uns echten Luxus bot. Nach einer Woche Dauerregen in Sydney & am Bondi Beach hatten wir die Nase voll. Voellig durchnaesst sassen wir im AIFS-HQ und liessen uns einen Billigflug in die Sonne buchen. Gleich am naechsten Tag flogen wir mit "Virgin Blue" (Australiens Billiffluggesellschaft No.1) nach Brisbane.
Meine Strasse in Brisbane
In Brisbane angekommen, fanden wir einen voellig verlassenen Airport vor. Es war kurz vor Mitternacht. Unser Flieger hatte 30 Minuten Verspaetung, so dass wir unseren Linienbus vergessen koennten und uns ein Shuttle zum Hostel nehmen mussten. Als wir im Hostel ankamen war es kurz vor Mitternacht. Wir muessten stolze 35 Minuten warten, bis wir endlich den Schluessel fuer unser Zimmer bekamen, da der jenige, der in der Nacht Dienst an der Rezeption hatte, mal eine etwas laengere Pauser eingelegt hatte. *kotz*
Voellig fertig schlossen wir die Zimmertuer auf und machten sie keine 2 Sekunden spaeter wieder zu. - Oh my God! Wir waren auf einem Zimmer mit 5 Jungs, die alle schnarchend in ihren Betten lagen. Unser erster Gedanke war: "Da schlafe ich lieber hier, auf dem Flur." Aber die Muedigkeit siegte. Wir zogen auf dem Flur unsere Pyjamas an, ueberlegten uns eine "Angriffsstrategie" und huschten rasch in unsere Bettchen. Am naechsten Morgen fuhren wir mit einer Busgesellschaft nach Surfer's Paradise, wo wir um 14.15h ankamen und ins YHA eincheckten. Dieses YHA war leider nur halb so gut, wie das am Bondi Beach. Wir hatten eine sehr nette Japanerin aus Hong Kong auf unserem Zimmer : Eva.
Die ersten vier Tage in diesem Hostel waren die stressigsten, da wir taeglich unsere Bewerbungen verteilten und vergebens auf einen Anruf warteten.
Zu guter Letzt habe ich mich dann an AIFS gewandt, die mir auch gleich einen Au-pair Job vermitteln konnten. Am Montag darauf hatte ich ein Treffen mit der Family, die gluecklicherweise nur einen Ort weiter wohnte.
Dean und Alex holten mich am Hard Rock Cafe ab und luden mich zu sich nach Hause ein. Vor Ort lernte ich dann die komplette Familie kennen und ich war mega happy, dass wir uns alle auf Anhieb so gut verstanden. Wir machten aus, dass ich gleich den Montag darauf anfangen konnte.
Da Nadine und ich in dem YHA keine Woche verlaengern - und noch mehr Geld ausgeben wollten, zogen wir am Abend durch die Hostels in unserer Strasse, um nach einem Job zu fragen. Wir hatten Glueck, da das "Sleeping Inn -Hostel, welches 4 Haeuser weiter lag, noch fuer die komplette naechste Woche zwei Cleaner suchte. Wir machten mit Nathan, dem Chef, aus, dass wir gleich am naechsten Morgen auf der Matte stehen werden.
Wir putzten 5 Tage, hatten zwei Tage off und bekamen Internet, Washing/Laundry und einige Freizeitaktivitaeten (z.B. Barbecue) umsonst- oder verbilligt. - ein gelungener Einstieg in das australische Berufsleben! Wir hatten viel Spass, da wir immer in 3er oder 4er Teams cleanten. Besonders Tomo ist uns ans Herz gewachsen: "You are crazy! - Crazy German Cleaners! - I love your accent!"^^
"The Crazy German Cleaners"