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  Tully und die Bananen
 

 

Tully

So heute sind  genau 3 Wochen vergangen, seitdem ich in Tully, dem Bananenkaff, arrived bin. Tully ist wirklich ein Kaff -  Ich war eigentlich immer davon überzeugt, dass Dorsten mit seinen 82.000 Einwohnern nicht so schnell zu Toppen ist , aber da habe ich mich wohl geirrt.

Am Eingang des Ortes findet man einen riesigen grünen Gumboot, der mit einem Frosch verziert ist und dessen Höhe 7,9m beträgt. Dieser Gummistiefel soll an einen Regenfall  im Jahre 1950 erinnern, bei dem insgesamt 7,9m Regen gefallen sind.

Ansonsten ist Tully auch sehr unscheinbar. Die Geschäfte schließen Mo-Fr zwischen um 17.00h, Sa haben sie bis 12.00h geöffnet und am Sonntag ist alles geschlossen. Somit stellt Tully einen krassen Gegensatz zu Surfer’s Paradise dar, wo fast alles rund um die Uhr geöffnet war.

Da man bis zum Nachmittag auf der Farm ist und völlig müde nach Hause kommt, kann man sich mit den Gegebenheiten ganz gut anfreunden.
 

Hier in Tully wohne ich im „Savoy-Hostel“, wo gerade einmal 15 Mädchen und 15 Jungs wohnen. Durch die bescheidene Größe knüpft man sehr schnell neue Kontakte.  Es ist alles sehr familiär und dadurch, dass hier ¾  der Leute Deutsche sind, fühlt man sich eigentlich wie in good old germany. Jude, die Hausbesitzerin managet alles selbst und steht immer mit Rat und Tat zur Seite. Sie ist total nett und herzlich.

The Savoy

Ich bin in einem 4-er Zimmer untergebracht: mit Miho(Japan), Tomiko(Japan) und Sarah (England). Die ersten zwei Wochen war anstatt Sarah, Erika (Kanada) mit auf meinem Zimmer. Erika habe ich sehr ins Herz geschlossen und sie fehlt mir, da es ohne sie total langweilig geworden ist. Wir haben in unserer Freizeit immer was zusammen unternommen und viel Spaß gehabt. Ich habe ihr ein wenig Deutsch beigebracht und wir werden uns auf jeden Fall im Januar in Sydney wieder treffen.

 

 
Jude

Working Hostel

Ein Working Hostel ist praktisch, wenn man in kurzer Zeit viel Geld verdienen möchte.

Das Hostel vermittelt einem den Farmjob und ist auf „Farmbackpacker“ spezialisiert.

Die Mehrheit steht morgens um kurz nach 05.00h auf. Nach dem Zähneputzen werden kurz ein paar Cornflakes eingeworfen, der MorningTea  (so heißt das Ding zwischen Frühstück und Mittagessen) und der Lunch eingepackt und schon geht es in den Bootraum, der bei uns am hinteren Gate liegt.

Im Bootraum stehen haufenweise Gummistiefel. Ich musste mir gar keine eigenen kaufen, da etliche nicht genutzt wurden. Hat man die Stiefel an, geht man (meistens mit noch 2 oder 3 anderen Personen, die auf derselben Farm arbeiten), zu dem Geschäft, vor dem man sich mit dem Farmer/Supervisor trifft und wartet, bis man abgeholt wird.

Ich werde jeden Morgen um 05.40h von Peter abgeholt. Der Weg zur Farm beträgt genau 30 Minuten und wird von den Mädels zum wach werden genutzt. Auf der Farm angekommen, (gegen 06.15h), hat man meistens noch 15 Minuten Zeit bis es los geht, so dass man sich noch ein Weilchen mit den anderen Mädels unterhält.   

Ein Arbeitstag besteht aus 8 Arbeitsstunden, in denen zwei Pausen enthalten sind. Die Längen der Pausen variieren von Farm zu Farm zwischen 15 und 30 Minuten.

 

In Tully gibt es das Mount Tyson Hotel, das Tully Hotel, das BananaBarracks-Hostel und das Savoy-Hostel.

Tully lebt praktisch von den insgesamt 600-800 Backpackern, die nur hierher kommen, um auf einer der Farmen Bananen zu picken, sortieren oder zu verpacken.

 

 Meine erste Farm - Flegler

 









Bei Flegler habe ich genau 2 Wochen gearbeitet. Die Arbeit war total boring und eintönig. Jeden Montagmorgen ging es für 2 Stunden mit der strengsten Supervisorin aller Zeiten, auf das Feld zum Stringing.

Nach den zwei Stunden Stringing durfte man den Rest des Tages, sowie den Rest der kompletten Woche, im Shed (=Halle) am Fließband stehen, die Bananenstauden in käuferfreundliche Portionen brechen (5-9 Bananen) und die faulen und hässlichen Bananen aussortieren. Die Zeit verging überhaupt nicht, es war total langweilig und man bekam Rückenschmerzen. Die Leute, die dort gearbeitet haben, der Chef, der Manager, die Supervisor (…) waren total unfreundlich. Nicole, unsere Supervisorin, mit der wir Stringing gemacht haben, hatte ständig etwas an unserer Technik zu Meckern und war immer schlecht gelaunt. Ich glaub Wörter wie „freundlich“ oder „human“ existieren in ihrem Wortschatz nicht. So dauerte es auch nur zwei Tage, bis sich eines der deutschen Mädels mit ihr eine Auseinandersetzung lieferte und sich beide danach nie mehr angeguckt haben.

Man wurde auf dieser Farm nicht nett behandelt und kam sich teilweise wie ein Sklave vor. Ich fühlte mich teilweise wie eine Maschine, eine Maschine, die morgens um fünf Uhr angeschmissen- und nachmittags um 15.10h abgeschaltet wird. Es gab einfach keine Abwechslung und die australische Nettigkeit fehlte.

07.35h – 09.15h

09.15h – 09.30h Pause

09.30h – 12.15h

12-15h – 12.45h Pause

12.45h – 15.10h

15.10h    Feierabend

 

 

Meine zweite Farm - Merryport

Seit dem 15.10.1007 arbeite ich auf einer anderen Farm - Merryport.

Ich habe Jude erzählt, dass ich das Sortieren satt habe und sie hat mich sofort ohne Probleme auf eine andere Farm umsetzen können – super!

Die Arbeit hier gefällt mir viiiiel besser. Im Vergleich zu meiner ersten Farm stellt Merryport das totale Gegenteil zu Flegler dar. Peter, unser Supervisor (von den Fijis) ist total herzlich und nett zu uns. Er behandelt uns sehr freundlich und steht sogar im strömenden Regen mit uns auf dem Feld und stringed. Er erinnert uns ständig daran, dass wir zwischendurch etwas trinken müssen (es gibt extra ein Auto mit Wassertanks, das immer mit dabei ist) und hält auch mal gerne ein Schwätzchen.

Die ersten zwei Schichten machen wir meistens Leafing (=Entblättern), wobei wir mit riesigen Messern, die am Ende einer ca. 2-meter langen Metallstange befestigt sind, die faulen Blättern von den Bananenbäumen abcutten. Nach der Lunchpause wird dann Stringing betrieben. Beim Stringing spannt man nach einer bestimmten Technik Seile zwischen den Bananebäumen, damit diese z.B. beim Sturm nicht umkippen. Es dient auch u.a. der „Gewichtsentlastung“, d.h. dass wenn sich der Baum, auf Grund des Gewichtes der Bananenstaude nach rechts neigt, ein Seil zur linken Seite gespannt wird.

Wir sind zurzeit 9 Mädchen, darunter zwei Irenen und 7 Deutsche (was auch sonst?).

Mit Kate (Iren) arbeite ich immer beim Leafing zusammen. Die Frau ist echt total porno. Mit ihr wird es nie langweilig. Letztens fragte sie mich nach 2 Stunden Leafing: „ And? Are you still heaving fun?“ Darauf habe ich dann nur mit einem breiten Grinsen geantwortet: „ Yes, of course! – I love it. We are making a big mess and we don’t have to clean it up.“ Daraufhin haben wir uns begeiert.

What the F*** is going on?

Gestern hat sich Kate wieder einen gerissen. Nach ca. 20 Minuten Leafing schrie sie auf einmal: „Oh my god´- what the f*** is that?“ Ich trat zu ihr rüber, auf die andere Seite, blickte in den Bananenbaum und sah nur einen leblosen Fröschkörper im Baum hängen, dort wo vor wenigen Sekunden noch ein Blatt gewesen war, dem der Kopf, oder genauer gesagt, nur die Augen fehlten. Man konnte praktisch in den bluttropfenden Körper hinein sehen. Iehh! Jackie (die andere Iren) fand daraufhin auch schon die Augen auf dem Boden liegen. –disgusting! Man könnte diesem Moment zu einer Szene in einem Horrorfilm zuordnen. Kate ging es danach total schlecht („I feel so sick“). Positiv gesehen war es „nur“ ein Frosch von vielen! Mit diesen scharfen Messern sind Wochen zuvor schon viel schlimmere Unfälle passiert. (Kate hat sich ins Beim geschnitten und eine Japanerin von einer anderen Farm, in den Kopf)  Ein Frosch mehr oder weniger, dass fällt bei den Dutzend auch nicht wirklich auf :-P

Gestern war auch mein erster Tag, bei dem ich im strömenden Regen draußen gearbeitet habe.

Peter, unser Supervisor hat sich aber ganz lieb um uns gekümmert, indem er uns mit Raincoats und Plastiksäcken versorgt hat. Ehrlich gesagt habe ich es richtig genossen. Es ist viel schöner draußen zu arbeiten, als den ganzen Tag im Shed zu stehen. Arbeiten mitten in der Wildnis macht viel mehr Spaß. Man kommt sich manchmal wie im Jungle vor. Überall hängen Spinnenweben mit komischen dreieckigen Spinnen, man findet Frösche und die anderen Tiere geben komische Geräusche von sich.

Es war auch der letzte Arbeitstag von Marlene, Lisa und Janine – drei deutsche Mädchen aus meinem Hostel. Dem entsprechend gab es erst einmal Bier und Fanta, sowie Chips, Kekse und Kuchen nach dem Feierabend.

06.30h – 9.15h

09.30h – 10.00h Pause

10.00h – 12.15h

12.15h – 13.00h Pause

13.00h – 15.15h

15.30h     Feierabend

 

 

Freizeit


Christof,Erika, Anna

In Tully gibt es eine (!) Kneipe, das Rafters, die zum BananaBarracks gehört. Hier trifft sich ganz Tully jeden Freitagabend. Beim zweiten Mal kennt man eigentlich schon jedes Gesicht.

Es ist eine schöne Atmosphäre vor Ort: Man kommt gegen 22.00h an, nach und nach trifft das ganze Hostel ein, man kennt hier und da  ein paar Arbeitskollegen, trinkt 1-3 Cola, geht Tanzen und hat jede Menge Spaß. Nach einer anstrengenden Arbeitswoche tut es mal gut, wenn man mal die Gelegenheit hat, ein bisschen abzuschalten.

Ria

Lisa, Marlene

Anna, Erika, Mio

Marlene,Christof, Lisa,Erika,Anna

Tobi,Steffen, Sven

Anna,Christof, Anna



Ria & Ray

Ich war die letzten drei Freitage im Rafters und bin immer bis zum Schluss geblieben. Dies ist allerdings keine Glanzleistung, da das Rafters bereits um 02.00h schließt. Hehe

Der Samstag ist zum „Chill-out-day“ ernannt worden. Man schläft bis 11.00h, isst Mittag (zum Frühstücken ist es meistens schon zu Spät, wäscht Wäsche, geht in den Supermarkt oder ins Internet. Bei schönem Wetter fahren diejenigen, die ein eigenes Auto haben, nach „Mission Beach“. Dieser ist ca. 25km entfernt und stellt sich mit dem Taxi als teure Angelegenheit heraus. Die letzten zwei Sonntage war ich am „Alligator’s Nest“. Keine Angst, dort gibt es keine Alligatoren! Dieser Ort heißt nur so, da es der Stammplatz von einer Gruppe, die sich „Die Alligatoren“ nennt, ist. Man findet vor Ort eine große Liegewiese mit anschließendem Bach. Das Wasser ist erfrischend kühl und glasklar.

In meinen drei Wochen Tully habe ich schon fleißig Kontakte geknüpft. Es ist schön Leute um sich herum zu haben, die einen ähnlich anstrengenden Arbeitstag haben und somit mit einem mitfühlen.



9 Wochen Tully 
Mittlerweile ist die 9.Tully geschafft und ich lebe immernoch :-))) Zwar konnte ich letzte Woche fuer 3 ganze Tage nicht arbeiten gehen, da ich totally krank im Bett lag, aber das ist nun auch vorrueber. Ich bin wieder einigermassen gesund :-))

Heute haben wir einen Tagesausflug nach Cairns gemacht. Schliesslich muss man auch mal so langsam wieder unter Leute kommen und etwas von der Zivilisation mitbekommen. In Tully kennt schliesslich Jeder jeden. :-P Wir sind mit 2 Autos und 10 Leuten gefahren.
Sarah (Englaenderin von meinem Zimmer) und ich haben uns dumm und daemlich geshoppt.^^ In Tully gibt es ja ernsthaft nur 3 Geschaefte, die arschteuer sind.











Ja, Samstag, den 30.Novemebr habe ich Tully endlich gelassen. Ich muss zugeben, dass es eine spontane Entscheidung gewesen ist. 9 Wochen Bananen sind einfach genug. Da werden ja selbst die Affen verrueckt;-) Zur Zeit befinde ich mich in Cairns und wohne bei einer australien Gastfamilie -kostenlos! Obwohl ich mich hier erst 24Stunden aufhalte, fehlt mir schon ein bisschen das Savoy-Hostel und die coolen Leute. (Guys ihr seit great!) 
Mal sehen, ob sich Jobmaessig hier etwas ergibt - ansonsten gehe ich vllt weiter nach Port Douglas, oder mache einfach ein bissl Travel-Urlaub hier around Cairns. Fuer die Unterkunft zahle ich ja schliesslich nichts :-)) 

 

Zukunft

Meine Mum kommt am 21.Dezember:-). Danach geht es dann mit einem Campervan die EastCoast hinunter, da das Wetter im Norden Ende Dezember schlechter wird und der Dauerregen einsetzt.  Weihnachten verbringen wir auf Magnetic Island und Silvester sind wir in Sydney - That's for sure!!

 

 
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